Herzlich willkommen bei AMseL!
Als ein vom BMBF gefördertes Verbundprojekt untersuchen wir, wie sich regelmäßiges Musizieren im Grundschulalter auf das Hörvermögen und auf
außermusikalische Fähigkeiten (Kreativität, Intelligenz, Aufmerksamkeit, Lesen, Rechtschreiben, Rechnen) auswirkt. Unser besonderes Interesse gilt der Frage, ob sich
solche Lerneffekte auch im Gehirn nachweisen lassen. Um nicht nur aktuelle, sondern auch langzeitige Wirkungen zu erforschen, begleiten wir Kinder über einen Zeitraum von zwei Jahren (ab Winter 2009/2010).
Die Hälfte der untersuchten Kinder nimmt an dem musikpädagogischen Förderprogramm "Jedem Kind ein Instrument" teil, welches derzeit im Ruhrgebiet und in Hamburg
läuft (JeKi im Ruhrgebiet: http://www.jedemkind.de/; JeKi in Hamburg: http://www.li-hamburg.de/jeki).
Die andere Hälfte der Kinder wird aus der Umgebung von Heidelberg und Mannheim eingeladen, wo ein solches Förderprogramm noch nicht angelaufen ist. Besonders berücksichtigt werden in unserer Studie Kinder mit
Aufmerksamkeits(hyperaktivitäts)defizitsyndrom (AD(H)S) und Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie), da schon frühere Forschungsergebnisse auf eine Symptomverbesserung durch musikalische Förderung hindeuten. Zusätzlich werden mögliche hörbezogene, kognitive und neuronale Veränderungen bei besonders intensiv musizierenden Kindern untersucht. Insgesamt sollen 360 Kinder getestet werden.
Wir arbeiten in dem Verbundprojekt in zwei Teams in Heidelberg und Graz. Das Heidelberger Team (Teilprojekt 1) hat seinen Schwerpunkt in der Projektorganisation, den neurologischen Messungen und den audiologischen Computertests. Das Grazer Team (Teilprojekt 2) ist für die psychologischen Tests und deren Auswertung zuständig. Außerdem werden hier Hörtests entwickelt und technische Betreuung (Projektdatenbank) geleistet. Für die Gruppentests reisen Grazer Mitarbeiter in Wohnortnähe der Kinder an. Die neurologischen Untersuchungsergebnisse werden teilweise in Heidelberg und teilweise in Graz ausgewertet. Manche Messtermine, Vorträge und Veröffentlichungen werden gemeinsam gestaltet. Beide Teams haben Tests zur Klangwahrnehmung entwickelt, mit denen Veränderungen der Hörwahrnehmung vor und während der musikalischen Förderung verglichen werden. Von den Ergebnissen beider Teilprojekte ist eine umfassende, öffentlichkeitswirksame Evaluation zu erwarten, auf welche schulisch relevanten Bereiche JeKi langfristig Einfluss nimmt.

