Unsere Forschungsziele

Beim aktiven Musizieren laufen auf neuronaler Ebene zahlreiche Prozesse ab, die im Laufe der Jahre im Gehirn ihre Spuren hinterlassen. Subjektiv wird dies als Lernprozess erlebt, aus neurologischer Sicht finden Veränderungen innerhalb der Struktur und Funktion des Gehirns statt. Das Ziel dieser für einen Zeitraum von 3 Jahren konzipierten Studie ist es, in kombinierten Quer- und Längsschnittsvergleichen zu untersuchen, wie sich regelmäßiges aktives Musizieren im Rahmen des Schulunterrichts auf (a) die Sensibilisierung des Gehörs (b) auf allgemeine kognitive Fähigkeiten (Intelligenz, Kreativität, Aufmerksamkeit, Lesen, Rechtschreiben, Mathematikleistungen) und (c) auf neuronale Verarbeitungsprozesse auswirkt. Zur Untersuchung sollen sowohl psychoakustische und psychologische Tests als auch neurologische Messungen (Magnetencephalographie: MEG; Magnetresonanztomographie: MRT) eingesetzt werden.


Das Heidelberger Teilprojekt:
„Audio- und Neuroplastizität von elementaren Hörleistungen und der Wahrnehmung von Instrumentalklängen“ und Gesamtkoordination

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Im Heidelberger Teilprojekt 1 ("Audio- und Neuroplastizität von elementaren Hörleistungen und der Wahrnehmung von Instrumentalklängen" und Gesamtkoordination) sollen die Lernvorgänge auf elementarer Ebene nach folgenden Gesichtspunkten untersucht werden: - Welche Höreigenschaften bringen die Kinder bereits mit? - Welche Veränderungen lassen sich aufgrund des JeKi-Unterrichts im Gehirn nachweisen? - Lassen sich die entsprechenden Charakteristika auch mit Hilfe psychoakustischer Tests nachweisen? - Wie bilden sich besonders intensives Musizieren oder Hörstörungen neurologisch und psychoakustisch ab? - Welche Auswirkungen hat das Lernen eines Instrumentes langfristig auf die individuelle Klangwahrnehmung und die damit einhergehende neuronale Informationsverarbeitung? - Prägt die Klangeigenschaft eines Instruments im Laufe der Zeit das kindliche Gehör oder gibt es Instrumente, die für bestimmte Kinder z.B. mit einer speziellen Wahrnehmungsstörung besonders gut geeignet sind?

Projektleitung: Dr. Peter Schneider

Dr. Peter Schneider

Das Grazer Teilprojekt:
„Audio- und Neuroplastizität komplexer Hörleistungen im Zusammenhang mit Sprache und Musik“

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Im Grazer Teilprojekt 2 ("Audio- und Neuroplastizität komplexer Hörleistungen im Zusammenhang mit Sprache und Musik") werden mögliche durch JeKi bedingte Veränderungen höherer auditiver Wahrnehmungsfunktionen, wie Sprach- und Musikverständnis, untersucht. Im Rahmen des Projekts werden neben allgemein bekannten Verfahren auch selbst entwickelte Hörtests entsprechend den aktuellen Fragestellungen angepasst und erprobt, um auditiv bedingte Legasthenie zu diagnostizieren und durch musikalisches Training hervorgerufene Veränderungen der Wahrnehmung zu messen. Darüber hinaus werden mögliche Wirkungen der JeKi-Intervention auf höhere kognitive Funktionen (Intelligenz, Kreativität, Aufmerksamkeit) und auf spezielle Domänen (Lesen und Rechtschreiben, Sprachverstehen, mathematische Fähigkeiten, musikalisches Vorstellungsvermögen) untersucht.

Projektleitung: PD Dr. Annemarie Seither-Preisler